Das Lösungsorientierte Malen LOM® ist eine kunsttherapeutisch geprägte Methode, in der Anliegen auf eine strukturierte und bildgestützte Weise bearbeitet werden können. Unter Lösungsorientierung wird häufig verstanden, am Ende eine konkrete Lösung zu kennen. Dies allein erweist sich jedoch nicht immer als hilfreich, da es oftmals nicht an bekannten Lösungen mangelt.
Im LOM® wird der Fokus darauf gelegt, störende innere Eindrücke durch neue, klare Bilder zu ersetzen. Dabei auftauchende Gefühle und Themen werden mit einfachen Bildmotiven verbunden. Ausgehend vom jeweiligen Anliegen wird gemeinsam eine Bildaufgabe entwickelt. Das Bild entsteht anschließend langsam und mit achtsamer Aufmerksamkeit.
Die Methode des LOM® beruht auf der Erfahrung, dass Bilder mehr sind als reine Darstellungen und auf das emotionale Erleben Einfluss nehmen können. Das Malen kann Wahrnehmungs-, Empfindungs- und Erlebensprozesse anregen und neue Sichtweisen ermöglichen.
Mit anderen Worten: LOM® arbeitet mit der visuellen Wahrnehmung und der Erfahrung, dass Bilder inneres Erleben beeinflussen können. Das Besondere am LOM® ist, dass nicht der expressive Ausdruck eines bestimmten Themas im Vordergrund steht, sondern der Eindruck der neu entstandenen, klaren Bilder.
Durch die Verbindung eines belastenden Themas mit einfachen und neutralen Metaphern wird ein Zugang auf einer inhaltlich entlasteten Ebene eröffnet. Der Malprozess selbst nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Er fordert heraus, kann Freude bereiten und lädt zu neuen Erfahrungen ein.
Diese neuen Erfahrungen können im Zusammenhang mit dem ursprünglichen Anliegen wahrgenommen und erinnert werden. Die Wirkung von Bildern jenseits des rein gedanklichen Zugangs kann Orientierung geben und neue Perspektiven auf das eigene Empfinden, Denken und Handeln eröffnen.
Nach jedem fertiggestellten Bild wird die subjektiv empfundene Stärke der Belastung anhand einer Werteskalierung eingeschätzt, sodass Veränderungen im eigenen Erleben bewusst wahrgenommen werden können.
Die einzige Voraussetzung für das Lösungsorientierte Malen ist der Wunsch nach Klärung und persönlicher Veränderung. Vorkenntnisse im Malen sind nicht erforderlich. Auch Menschen, die von sich glauben, nicht malen zu können, sind willkommen.
LOM® kann in jedem Lebensalter angewendet werden.
Mit dem Lösungsorientierten Malen können unterschiedliche persönliche Anliegen bearbeitet werden, zum Beispiel:
Vereinfacht gesprochen wird von einem Trauma gesprochen, wenn ein Ereignis oder eine länger andauernde oder wiederholende Situation als überwältigend oder stark verletzend erlebt wurde und keine Möglichkeit bestand, angemessen darauf zu reagieren. Häufig bleibt ein Gefühl von Ohnmacht zurück.
Erinnerungen an solche Erfahrungen können auch später noch aktiviert werden, insbesondere durch ähnliche innere oder äußere Reize.
LOM® kann im Rahmen stabilisierender Selbsterfahrung eingesetzt werden, wenn Menschen lernen möchten, mit belastenden und als traumatisch erlebten Erfahrungen und deren Auswirkungen bewusster umzugehen. Der bildgestützte Ansatz kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn Worte schwer zugänglich sind, Erinnerungen nur vage oder sprachliche Zugänge als belastend erlebt werden.
Im Lösungsorientierten Malen wird mit klaren Bildstrukturen und einfachen Metaphern gearbeitet.
Im Mittelpunkt stehen dabei Ressourcen, Selbstwahrnehmung und Orientierung. Angestrebt wird, innere Prozesse achtsam zu begleiten und neue innere Bilder entstehen zu lassen, die als stabilisierend erlebt werden können.
Die Arbeit mit einer Serie von Bildern kann dazu beitragen, Erinnerungen in einen größeren Zusammenhang einzuordnen und einen bewussteren Umgang mit belastenden Eindrücken zu fördern. Der Fokus liegt dabei nicht auf dem Wiedererleben, sondern auf der bewussten Wahrnehmung des gegenwärtigen Erlebens. Ziel ist es, dass Erinnerungen als Teil der eigenen Lebensgeschichte wahrgenommen werden können, ohne das aktuelle Erleben überwältigend zu beeinflussen.
LOM® wurde ab 1980 von Bettina Egger und Jörg Merz auf Grundlage langjähriger Beobachtungen zahlreicher Malprozesse entwickelt. Sie stellten sich die Frage, unter welchen Bedingungen Bilder als verändernd erlebt werden und wann nicht. Ihre Beobachtungen führten zur Annahme, dass es gestalterische Kriterien gibt, die subjektive Veränderungsprozesse unterstützen können. Im Laufe der Zeit wurden Kriterien herausgearbeitet, die den Entstehungsprozess von Bildern begleiten können und subjektive Veränderungsprozesse unterstützen. Durch fortlaufende Dokumentation, strukturierte Befragungen und die Arbeit mit Werteskalen wurde der Malprozess systematisch begleitet und ausgewertet. Auf dieser Grundlage entwickelten sich spezifische Interventionen und Bildaufgaben, aus denen die Methode des Lösungsorientierten Malens hervorging und die den heutigen LOM®-Ansatz prägen.
Die Methode wird kontinuierlich weiterentwickelt und anhand standardisierter Selbstbeobachtungen, Werteskalierungen und Dokumentationen reflektiert.
LOM® orientiert sich an humanistischen und ressourcenorientierten Ansätzen.
Ab Mitte der 1990er Jahre wurde LOM® in Ausbildungskontexten an Fachpersonen aus kunst-, psycho- und therapeutischen Arbeitsfeldern weitergegeben.
Dr. phil. Bettina Egger
Zürich/Schweiz
«Kunsttherapeutin ED, Psychotherapeutin SPV
«Begründerin
des Institutes für Humanistische
Kunsttherapie IHK Zürich
«Pionierin
in der Maltherapie sowie Begründerin des
Begleiteten und Personenorientierten Malens PoM
«Mitbegründerin des LOM®
«Vielfältige Veröffentlichungen
Jörg Merz, MSc in klinischer Psychologie
Zürich/Schweiz
«Fachpsychologe für Psychotherapie FSP
«Mitbegründer des LOM®
LOM® ist kein Ersatz für eine notwendige medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.
Es werden keine Diagnosen gestellt und keine Heilversprechen abgegeben.
der gesamte obige Text ist © bei Ulrike Jünger mit teilweiser Unterstützung von KI
